7 Tage Berlin – Von Ost nach West und zurück

Im Mai verbrachte ich eine Woche in Berlin und die Stadt bot wieder einmal alles, was mich glücklich macht: Zeit mit der Familie, gutes Essen, Entdeckungstouren und nicht zuletzt jede Menge geistiger Input auf der Republica. Folgt mir in meinem Berlin-Tagebuch!

Die ersten drei Tage waren prall gefüllt mit Republica-Programm. Mein Enthusiasmus war an Tag 1 und 2 ungebrochen hoch, doch am letzten Tag gingen mir bereits Energie und Aufnahmefähigkeit verloren. Ich setzte mich in jede Session und versuchte Information nach Information aufzusaugen, doch fehlende Antworten und der immer gleiche Kreis an Menschen, Keywords und Problemen kann auch Frust hinterlassen. Das Fazit meiner ersten Republica lautet also: Schön war’s, ich habe für mich neue Ideen aufgreifen können und werde bei der nächsten Gelegenheit versuchen, mich in fachfremdere Sessions zu setzen, um noch mehr über den Tellerrand zu blicken. Falls euch die Themen Fake-News und Hate-Speech sowie der Umgang von Online-Medien hiermit interessieren, kann ich euch diese beiden Vorträge über Community-Management und Reden im Netz nur empfehlen.

Zwischendurch setze ich mich also von der Konferenz ab, schlenderte über den grauen Alex und verleibte mir im Spreegold das beste Avocadobrot aller Zeiten ein. Den Laden hatte ich via Instagram schon ausreichend beobachtet und mir nach Kaffee & Avocadobrot in der Rosa-Luxemburg-Straße nur zwei Tage später noch einen Carrot Cake samt Kaffee in der Filiale im Bikini Berlin gegönnt. Hier stimmt einfach alles: die Auswahl der Speisen, das Interieur-Concept und der Geschmack. Nur die Preise spiegeln das leider auch wider!

Nachdem die drei Tage Konferenz also vorübergingen, war der Weg frei für viel Me-Time! Und mein Vorsatz stand bereits fest: Ich will in Berlin neue Ecken entdecken. Da mein Bruder samt Familie seit 12 Jahren in Berlin wohnt, habe ich sie natürlich schon viele Male besucht. Den Osten sowie die Mitte der Stadt kenne ich daher ganz gut, und auch einige Seen im Umland sind mir wohl bekannt. Der Westen und Norden sind mir jedoch noch immer fremd und so wollte ich mich langsam herantasten. Berlin ist ohnehin viel zu groß, um alles auf einmal zu sehen, also lieber peu à peu.

Den Anfang macht der Prenzlauer Berg, wo ich die Schönhauser Allee entlang wandelte, und japanische Hotdogs bei OiShii sowie Burger mit Süßkartoffel-Pommes bei Yellow Burger probierte. Beides war gut, haute mich aber leider nicht gänzlich vom Hocker. Für mehr Begeisterung sorgten aber die hübschen Fassaden und die U-Bahn, die direkt über der Straße fuhr und Paris-Gefühle hervorrief. Mein Highlight war jedoch der Candy-Shop Zuckerberg, den ich mit meiner Nichte und meinem Neffen stürmte und aus dem wir freudestrahlend mit gestreiften (!!!) Papiertütchen mit Schokolade und Gummitieren wieder herauskamen. Neben vielen Bars und Cafés machen diese kleinen Läden den geschäftigen Charme der Schönhauser Allee aus, ein besonders hübsches Exemplar zeigt sich in der Nummer 127 im Blumencafé – Café und Blumenladen in einem!

Mein nächstes Ziel war Charlottenburg – und das am wärmsten der Tag der Woche. Ursprünglich wollte ich einen Shopping-Bummel einlegen, aber in der Tauentzienstraße verging mir einfach die Lust und ich war gelangweilt von all dem immergleichen Konsum. Ich ließ mich also einfach treiben und lief und lief und lief. An diesem Tag sollten es insgesamt 13,7 km werden – ja, so leicht unterschätzt man die Berliner Ausmaße. Los ging es also in der Kantstraße und weiter über den Savignyplatz, an dem viele Berliner die Sonne genossen. In der Bleibtreustraße legte ich einen kurzen Stopp im A never ending love story ein und trank einen rosa Shake im rosa Hipster-Innendesign. Hier traf ich so einige Klischees an, aber ich liebe es einfach, Menschen und ihre Umwelt zu beobachten. Nur so komme ich aus meiner eigenen Blase heraus und sehe, was die Welt noch Gutes, Absurdes oder auch Hässliches bereit hält. Zurück auf der Kantstraße gab es weitere, vor allem asiatische kulinarische Verlockungen, aber mein Weg führte direkt zu Mezem. Hier gilt mein großer Dank übrigens Mit Vergnügen Berlin – eine Seite, die ich bei Food-Fragen immer sehr gerne zu Rate ziehe. Mezem ist ein türkischer Imbiss, der täglich frische kalte sowie warme Speisen bereit hält, aus denen man nach Belieben auswählen kann. Gezahlt wird dann pro Teller. Auf meinen Bildern seht ihr die große Auswahl in der Theke sowie mein gewähltes Essen: Für diese beiden Teller habe ich lediglich 8 Euro bezahlt, alles schmeckte hervorragend und war so unglaublich viel, dass ich leider etwas zurücklassen musste. Meine Augen waren viel größer als mein Mund! Derart gesättigt war es an der Zeit für einen langen Spaziergang und ich machte mich auf den Weg zum Schloss Charlottenburg. Vorbei an Alleen und wunderschönen Altbau-Fassaden erreichte ich das Schloss und drehte eine Runde im blühenden Schlosspark. Am Rande des Parks fließt die Spree vorbei und ich suchte mir eine Bank, atmete tief durch, und genoss den Ausblick auf das Wasser. In diesem Moment war ich einfach nur zufrieden: Meine Füße brannten zwar, aber erzählten zugleich von den vielen Eindrücken, die ich gewonnen hatte. Alleine unterwegs sein, beobachten, Gedanken nachhängen – all das liebe ich beim Tigern durch die Stadt.

Ein Abstecher nach Mitte war in der Woche natürlich auch noch drin – alleine weil ich zu meiner liebsten Schmuckdesignerin Sabrina Dehoff wollte. Ihr Laden ist mittlerweile von der Tor- in die Auguststraße gezogen und zuvor gab es einen großen Sale. Ich suchte mir zwei Stücke aus, die ich bereits länger im Blick hatte – und erhielt darauf 50 Prozent – yes! Dem aktuellen Bowl-Trend kann ich mich schlecht verschließen und probierte beets&roots in der Großen Hamburger Straße aus. Bei all der Auswahl konnte ich mich kaum entscheiden: Schlussendlich wurde es die Oriental-Bowl – ein reiner Augenschmaus und verdammt lecker. Der Berliner Mitte-Bürger schien an dem Tag auch später unterwegs zu sein und so konnte ich mein Essen mittags in der Sonne ganz alleine genießen. Das Dessert nahm ich im Café Alpenstück ein – der Zufall trieb mich hinein und absurder Weise auch zum besten Franzbrötchen. So fluffig und aromatisch – ein Traum.

Bevor ich mit dem Zug wieder zurück nach München fuhr, gab es mit der Familie noch einen kleinen Ausflug nach Berlin-Grünau an die Dahme. Bei all dem Grau und Stein in der Stadt verdränge ich leicht, von wieviel Grün und Wasser Berlin umgeben ist. Boulespielende Männer, weiße Schiffchen auf dem Wasser und kleine Seegrundstücke lassen mich den Trubel der Stadt schnell vergessen. Dazu gibt es noch ein großes hausgemachtes Softeis – inklusive einer Portion Nostalgie. In der Sonne hätten wir fast meine Abfahrtszeit vergessen und düsten schnell zurück zum Bahnhof. Puh, geschafft – ich saß im ICE, freute mich auf München und blickte doch auch sehnsüchtig nach Berlin zurück. Diese Stadt berauscht und schafft mich zugleich mit ihrer Vielfalt. Mein Entdeckungsdrang ist daher noch längst nicht gestillt: Beim nächsten Mal geht es nach Neukölln und Spandau!

 

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